Angela Larotondas Malerei beruht auf einer Überzeugung, die in der zeitgenössischen Kunst beinahe radikal erscheint: Farbe besitzt eine eigene Wirklichkeit. Sie ist nicht Illustration, nicht Dekoration und nicht Träger einer Botschaft. Sie ist das Ereignis selbst. In einer Gegenwart, in der Kunst häufig über Konzepte, Narrative oder gesellschaftliche Diskurse legitimiert wird, setzt Larotonda auf die unmittelbare Kraft der Malerei. Ihre Arbeiten verweigern sich der Unterordnung unter eine äußere Erzählung. Sie entstehen aus Farbe, Bewegung, Material und Zeit. Nicht das Motiv steht im Zentrum, sondern die Erfahrung. Nicht die Erklärung, sondern die Wahrnehmung. „Farbe ist unmittelbarer Ausdruck des Hier und Jetzt. Farbe kennt keine Zeit und keine Kompromisse.“ Dieser Satz beschreibt nicht nur ihre Arbeitsweise, sondern die Grundlage ihrer künstlerischen Haltung. Farbe wird bei Larotonda zu einer eigenständigen Kraft, die sich jeder funktionalen Vereinnahmung entzieht. Sie illustriert nichts. Sie argumentiert nicht. Sie behauptet ihre Präsenz. Kunsthistorisch steht diese Position in einer Tradition, die tief in der italienischen Kultur verwurzelt ist. Von den leuchtenden Fresken Giottos über die venezianische Farbmalerei eines Tizian bis zu den räumlichen Farbexperimenten der italienischen Moderne zieht sich die Vorstellung einer autonomen Farbe durch die Kunstgeschichte. Farbe erscheint hier nicht als Ergänzung der Form, sondern als ihr Ursprung. Larotonda führt diese Tradition in die Gegenwart über und übersetzt sie in eine zeitgenössische, gestische Bildsprache. Dabei verweigert sie gleichermaßen die dekorative Verführung wie die expressive Übertreibung. Ihre Bilder bewegen sich zwischen Freiheit und Struktur, zwischen Spontaneität und Konstruktion. Hier wird ihre Ausbildung als Architektin sichtbar. Die Leinwand ist kein neutrales Feld, sondern ein Raum, in dem Kräfte organisiert werden. Verdichtungen treffen auf Leerstellen, Bewegungen auf Widerstände, farbliche Eruptionen auf Momente konzentrierter Ruhe.
angela larotonda
il colore non si negozia.
farbe ist nicht verhandelbar.
Gerade diese Spannung macht die Eigenständigkeit ihrer Arbeiten aus. Was auf den ersten Blick impulsiv erscheint, folgt einer präzisen inneren Ordnung. Tropfspuren, Überlagerungen und offene Leinwandflächen bleiben sichtbar und dokumentieren den Entstehungsprozess, ohne ihn zum eigentlichen Thema zu machen. Die Bilder wirken frei, aber niemals beliebig. Sie sind offen, ohne unentschieden zu sein. Bezüge zum Abstrakten Expressionismus, zum europäischen Informel oder zu Künstlerinnen wie Joan Mitchell und Helen Frankenthaler sind erkennbar, doch Larotondas Malerei verfolgt einen anderen Weg. Sie interessiert weniger die Geste als Ausdruck individueller Befindlichkeit als vielmehr die Fähigkeit der Farbe, eigene Wirklichkeiten hervorzubringen. Ihre Bilder erzählen keine Geschichten. Sie erzeugen Zustände. In einer Zeit, die von Bildschirmen, Informationsflüssen und permanenter Erklärung geprägt ist, verteidigt diese Malerei die Autonomie des Sehens. Sie erinnert daran, dass Bedeutung nicht immer formuliert werden muss und dass Wahrnehmung einer eigenen Logik folgt. Angela Larotondas Werke sind deshalb keine Illustrationen von Gedanken. Sie sind Manifestationen einer Haltung. Einer Haltung, die auf die Eigenständigkeit der Malerei vertraut und die Farbe nicht als Mittel zum Zweck begreift, sondern als Ursprung aller Möglichkeiten. Farbe ist nicht verhandelbar.
Artist
Angela Larotonda
- Newcomer
- Hohes Sammlerpotenzial
Exhibition
Juni 2025 Munich,“WILDE MISCHUNG 9″, konsum163 contemporary
Publikationen
IL COLORE NON SI NEGOZIA, 2026.
163 ONE SIX THREE | art in print Verlag
Angela Larotonda im Atelier.
Die Radikalität der Farbe und der Bruch mit Konventionen.
Die Freiheit der Farbe. Larotondas Ansatz lässt sich als eine radikale Form der Malerei verstehen, die sich von inhaltlichen Zwängen löst und stattdessen die reine Materialität der Farbe feiert. In einer Zeit, in der Kunst oft intellektuell überladen wird, ist seine Arbeit eine Rückkehr zur unmittelbaren Erfahrung. Sie nimmt die Welt, wie sie ist – schrill, laut, chaotisch – und verwandelt sie in ein visuelles Manifest. „Farbe ist nicht verhandelbar“, lautet ihr Motto. Und tatsächlich: In einer Zeit, in der Farblosigkeit oft mit Seriosität verwechselt wird, ist ihre Kunst ein notwendiger Gegenpol. Sie ist nicht nur Farbe, sie ist Haltung.
Der Künstler vor Werken.
Die Freiheit der Farbe.
Angela larotonda gehört zu den wenigen Künstlern, die die radikale Kraft der Farbe wirklich verstanden haben. Ihre Werke sind mehr als Bilder – sie sind Provokationen, Grenzüberschreitungen, Experimente. Und sie sind ein Beweis dafür, dass Malerei, wenn sie konsequent betrieben wird, immer noch ein Mittel der Veränderung sein kann.
IF I COULD ONLY EXPLAIN IT, 80 x 120 cm, Acryl auf Leinwand, 2026
"Farbe ist unmittelbarer Ausdruck des Hier und Jetzt. Farbe kennt keine Zeit und keine Kompromisse."
IF I COULD ONLY EXPLAIN IT (Detail), 80 x 120 cm, Acryl auf Leinwand, 2026
Die Farbe als unumstössliches Setzung.
exhibitions und bio
2026
„Wilde Mischung 9“ – konsum163 contemporary – München (Gruppenausstellung)
2025
Arts Gallery The Heritage – Gassel, Niederlande (Gruppenausstellung)
Arts Gallery The Estate – Noordwijk, Niederlande (Gruppenausstellung)
„Chaos and Calm“ – Neon Bazaar Art Gallery – Stuttgart (Gruppenausstellung)
2009
„Dimensione Massima 10 × 12 cm“ – FotoGrafia – Festival Internazionale di Roma – Rom, Italien (Gruppenausstellung)
„360 Gradi in Arte“ – Fondazione Le Monacelle – Matera, Italien (Gruppenausstellung)
„The Ultimate Experience“ – Al Riwaq Art Space – Manama, Bahrain (Gruppenausstellung)
2007
„Essereapparire“ – Makenoise Gallery – Rom, Italien (Einzelausstellung)
2006
Premio Internazionale di Fotografia „Viaggio in Basilicata“ (Gruppenausstellung)
Angela Larotonda (*1982 in Policoro, Italien) ist eine italienische Malerin, die heute in München lebt und arbeitet. Ihre künstlerische Entwicklung verbindet unterschiedliche kulturelle und gestalterische Einflüsse, die sich aus ihrem internationalen Lebensweg ergeben. Nach einem Architekturstudium an der Università La Sapienza in Rom widmete sie sich der Fotografie und visuellen Kommunikation und absolvierte einen Master am ISFCI in Rom. Ergänzende Studien führten sie an die University of the Arts London, wo sie ihre Auseinandersetzung mit Bildsprache, Wahrnehmung und visueller Gestaltung vertiefte.
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit in der internationalen Kreativ- und Designbranche entwickelte Larotonda kontinuierlich ihre künstlerische Praxis weiter. Stationen in Italien, Großbritannien und Deutschland prägten ihren Blick auf Raum, Struktur und Kommunikation und bilden bis heute einen wesentlichen Hintergrund ihrer Malerei.
Ihre Arbeiten wurden in Italien, Deutschland, den Niederlanden und Bahrain gezeigt, darunter Ausstellungen in Rom, Matera, Nürnberg, Stuttgart, München sowie internationale Präsentationen in Manama und den Niederlanden. In ihrer Malerei verbindet Larotonda die räumliche Präzision architektonischen Denkens mit der Freiheit gestischer Abstraktion und entwickelt daraus eine eigenständige Position, in der Farbe zum zentralen Träger von Wahrnehmung, Spannung und Bedeutung wird.







