claudia hassel

klarraum

Claudia Hassel steht exemplarisch für eine der radikalsten künstlerischen Transformationen der letzten Jahre. Ausgehend vom gestischen, expressiven Malduktus des Abstrakten Expressionismus entwickelte sich ihr Werk in nur fünf Jahren hin zu einer klaren, strukturell durchkomponierten Farbfeldmalerei, die heute der Hard-Edge-Strömung zuzurechnen ist – und darüber hinausweist. Während ihre frühen Werke durch emotionale Impulsivität, Farbüberlagerungen und organische Formen geprägt waren, dominiert heute eine Architektur der Farbe: präzise, geometrisierte Flächen, ein kalkuliertes Nebeneinander statt eines wilden Übereinanders. Dabei entstehen keine Farbräume im klassischen Sinne, sondern mentale Architekturen – imaginäre Räume, die durch Farbspannung, Fläche und Proportion eine fast meditative Tiefe erzeugen. In dieser Klarheit liegt ihre radikale Kraft.

Hassels heutige Malerei erinnert an die konzeptionelle Strenge von Ellsworth Kelly oder die räumliche Komplexität eines Georges Vantongerloo, ohne diese je zu zitieren. Vielmehr zeigt sie, wie Farbe – als primäres Ausdrucksmittel – in der Lage ist, Welt zu bauen. Farbe braucht bei Hassel Form, um zu atmen. Ihre Kompositionen sind nicht illustrativ, sondern existent – sie erschaffen kontemplative Räume, die wirken wie Modelle einer besseren, ruhigeren Welt. Für diese neue visuelle Sprache hat sich für uns ein Begriff herauskristallisiert, der ihr Werk in seiner Essenz beschreibt: „klarraum“. Ein Kunstwort, das sowohl die formale Strenge als auch die räumliche Tiefe ihrer Malerei benennt – ein Raum der Klarheit, der aus Farbe entsteht. Hassels Werke sind keine Farbräume. Es sind Klarräume.

Artist
claudia hassel


  • In Deutschland und Europa erfolgreich
  • Wird international gehandelt

Exhibition
August 2025 Munich, group exhibtion „IT MATTERS“,  konsum163 contemporary


Publikationen
klarraum”, 2025.
163 ONE SIX THREE | art in print Verlag


Claudia Hassel vor ihrem Werk IN VIEW OF THE LION’S HEAD, 200 x 150 cm, Acryl auf Leinwand, 2025 © claudia hassel

Farbe benötigt Raum und klare Kante.

Die Farbe ist der Ursprung aller Bilder Hassels. Und doch wäre sie ohne die Form wirkungslos. Dieser scheinbare Widerspruch ist das Paradox, das ihre Kunst treibt. Ihre Farbwahl ist radikal – sie mischt nicht beiläufig, sondern mit einem Wissen um Wirkung, Spannung und Raum. Doch die eigentliche Sensation liegt in der Verteilung. Welche Farbe bekommt wie viel Platz? Wo kippt das Bild? Wo ruht es? Hassels Bilder wirken intuitiv klar, doch sie sind hochreflektierte Konstruktionen. In dieser Haltung steckt ihr Konzept: Nichts ist zufällig, alles ist gesucht. Ihre Kompositionen sind Antworten auf eine Frage, die nie ausgesprochen wird: Wie viel Ordnung braucht die Freiheit?

Claudia Hassel in ihrem Studio in Grafrath bei München, 2025

„Ich ordne Farbe nicht, um sie zu kontrollieren – sondern um sie freizulassen.“

Mit dem Begriff „klarraum“ wurde ein Vokabular geschaffen, das Hassels Werk nicht nur beschreibt, sondern poetisch erweitert. Der Klarraum ist kein Farbraum im Sinne der abstrakten Moderne. Er ist auch kein Raum im architektonischen Sinne. Er ist ein mentaler Raum, ein Bildraum, der sich nur durch das Sehen erschließt. Diese Räume sind gebaut aus Farbe, durchzogen von Ordnung, getragen von Balance. Es sind visuelle Ruheräume für eine Welt, die immer lauter wird. In ihrer Wirkung sind sie fast meditativ – und zugleich von einer kühlen Strenge, die an die Entwürfe rationaler Utopien erinnert.

Aufnahmen aus dem Studio der Künstlerin  2025  © claudia hassel

GEOMETRIC SYMPHONIE, 2025, 95 x 150 cm, Acryl auf Leinwand,, 2025 © claudia hassel

Der Klarraum ist nicht leer – er ist fokussiert.

Detail von „GEOMETRIC SYMPHONIE“ © claudia hassel

Vom Impuls zur Ordnung

Claudia Hassel beim Arbeiten  © claudia hassel

in the studio

exhibitions und bio

2025

IT MATTERS, Group-show, konsum163 contemporary art gallery, München, Germany
HOW FAR IS AFRICA, Group-show, The artist’s gallery, Kapstadt, South Africa
FARBE TANKEN, Solo, Studio Rose, Schondorf am Ammersee, Germany

 

2024

Color4SMA, Group-show, KUNA Galeria, San Miguel de Allende, Mexico

 

2023
NEUE BLÜTEN, Group-show, Der Seerosenkreis, Münchner Künstlerhaus, München
AUSWÄRTSSPIEL. Group-show, Schondorf

 

2022
Color4Venice, Group-show, Palazzo Bembo, Venedig
WOMAN OF ABSTRACT EXPRESSIONISM, Group-show, Manhatten, NY, USA

 

2021
COLORTALK, Group-show, Kunsthalle abraxas, BBK Augsburg
ÖLMALEREI IM ROßFORMAT, Group-show, Wasserburg a. Bodensee

 

2020

VENEZIA 1602 – LA VIA DELLE SPEZIE, Gruppenausstellung, Palazzo Sarcinelli, Associazione Next Art, Conegliano, Veneto, Italia
APPUNTAMENTO CON L’ARTISTA – NICOLE BATTISTON, Einzelausstellung, Veneziana Restauri Costruzioni VRC, Gruaro, Veneto, Italia
LUCE, TRASFORMAZIONE DELLA RINASCITA, Gruppenausstellung, Villa Farsetti, Laboratorium Venezia e Luxiona Italia s.r.l., S. Maria di Sala, Veneto, Italia
VENEZIA 1602 – LA VIA DELLE SPEZIE, Gruppenausstellung, Hotel Canova, Associazione Next Art, Venezia, Italia

 

2022

LUCE E COSMESI, Gruppenausstellung, Laboratorium Venezia e Luxiona Italia s.r.l., Venezia, Italia

 

2021

ARS GRATIA ARTIS, Group-show, HUB/Art Milano, Milano, Italia

 

2020

I GOT A FEELING LIKE PANAMA, Solo-show, HAUS 10, FFB2019    City Gallery Jinan City, China

 

2019
ALONG THE HUDSON, Gallery 313, N2017, New York, USA

 

2017
17. Kunstpreisausstellung des Landkreises Fürstenfeldbruck, group-show

 

2016
FARBE UND LICHT, Kloster Himmelspforten, Würzburg

 

2025
FÜNFUNDZWANZIG FARBEN, Pasinger Fabrik, München

 

2013
16. Kunstpreisausstellung des Landkreises Fürstenfeldbruck

Claudia Hassel ist eine Künstlerin, die sich nicht gesucht, sondern entschieden hat – entschieden für eine Malerei, die Klarheit denkt, Farbe strukturiert und Räume baut. Geboren 1976 in Deutschland, absolvierte sie ihre künstlerische Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München, wo sie unter anderem bei Jerry Zeniuk studierte. Früh schon zeigte sich ihre Affinität zur Farbe als autonomem Ausdrucksträger. In ihren frühen Arbeiten zwischen 2016 und 2020 dominierte ein expressiv-gestischer Duktus, geprägt von spontaner Überlagerung und malerischer Intuition. Doch auch in dieser Phase kündigte sich das an, was ihr Werk heute prägt: das Streben nach formaler Präzision, nach Bildordnung, nach Struktur.Ein Wendepunkt war das Jahr 2021. Nach Aufenthalten in New York und Kapstadt löste sich Hassel bewusst von der Emotionalität des Ausdrucks und entwickelte ihre klare, reduzierte, aber keineswegs distanzierte Bildsprache weiter – hin zu dem, was sie selbst als „Klarraum“ bezeichnet. Seitdem entstehen Werke, in denen Fläche, Farbe und Spannung in kontrollierte Balance gebracht werden. Ihre Malerei verzichtet auf jedes narrative oder illustrative Moment, bleibt aber hochgradig atmosphärisch – ein Paradox, das zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Internationale Artist Residencies in Mexiko, Südafrika und den USA haben nicht nur ihre Bildwelt erweitert, sondern sie auch in einen globalen künstlerischen Kontext eingebettet. Licht, Architektur und urbane Ordnungssysteme dieser Orte finden sich – transformiert – in ihren Arbeiten wieder. Claudia Hassel ist längst keine regionale Position mehr. Ihre Werke befinden sich heute in zahlreichen privaten und institutionellen Sammlungen in Europa, den USA und Südafrika. Sammler:innen schätzen die kompromisslose Klarheit ihrer Arbeit ebenso wie ihre sinnlich-meditative Wirkung. Ausstellungen in Berlin, Zürich, Wien und zuletzt in Kapstadt, darunter auch institutionelle Formate wie das Art Centre Basel oder die Sammlung Haus N, haben ihr Werk zunehmend international sichtbar gemacht. Claudia Hassel malt nicht, um zu gefallen – sie malt, um zu ordnen. Und genau darin liegt die radikale Kraft ihrer Kunst.