DIE KUNST IST TOT.
GABORA HAT SIE
UMGEBRACHT.
Conny Gabora – Träger des
Nietzsche Kunstpreises 2025
Die Ausstellung „Die Kunst ist tot – Gabora hat sie umgebracht“ greift genau diesen Geist auf. Gabora erklärt die gefällige, harmlose Kunst der Gegenwart für tot – und schafft zugleich ihre radikale Wiedergeburt. Seine Malerei ist Angriff, Geständnis und Ausbruch in einem. Formal bewegt sich Gabora in der Tradition der neuen Figuration, doch seine Bilder verweigern jede Klarheit. Seine Figuren sind zersetzt, überzeichnet, grotesk übersteigert. Einflusslinien zu Lüpertz, Baselitz oder Francis Bacon sind erkennbar, ebenso Spuren des Dadaismus – aber alles wird gebrochen durch eine radikal subjektive, obsessive Handschrift. Gabora malt nicht das Reale, sondern das Zuviel des Realen: Körper und Emotionen geraten unter Druck, entgleisen, kippen ins Groteske. Seine Bildwelt vereint Humor und Zynismus, Erotik und Bedrohung. „Pling, Pling Superding“, einer seiner provokanten Titel, ist kein Scherz, sondern Manifest: eine Absage an moralische Harmlosigkeit, an dekorative Beliebigkeit. Stattdessen: Mut zur Peinlichkeit, Lust an Widerspruch, Zärtlichkeit durch Verformung. Philosophische Bezüge – Nietzsche als Funke im Feuer – sind für Gabora kein Ziel, sondern Ausgangspunkt. Er sucht nicht nach Erklärungen, sondern nach Explosionen. Seine Kunst ist Labor und Grenzerfahrung zugleich: Sie testet, wie viel Intensität ein Bild heute noch tragen kann. „Kunst leben – nicht erklären“ lautet sein Credo. Conny Gabora schafft Werke, die den Betrachter fordern, verstören, aber auch verführen. Mit dieser Ausstellung stellt er die Kunst selbst infrage – und beweist im selben Atemzug ihre ungebrochene Lebenskraft.

