Fabian Dehi entzieht sich konsequent den Erwartungen eines linearen Künstlerlebens. Seine Kunst erwächst aus Impulsen – nicht als flüchtige Eingebung, sondern als konsequente Reaktion auf biografische Brüche, emotionale Topografien und ästhetische Grenzbereiche. Nach Stationen in Design, Handwerk und Konzeptkunst kulminiert sein Schaffen heute in einer impulsgetriebenen Malerei, die weder Zufall noch Kontrolle akzeptiert, sondern einen Zustand dazwischen evoziert: Farbe wird zur Trägerin innerer Erregung und Ereignisse, zur physisch aufgeladenen Spur. Die Leinwand ist bei ihm kein Ort der Repräsentation, sondern der energetischen Demonstration. In seiner Arbeit erkennt man Spuren von Künstlern wie Joan Mitchell, Hermann Nitsch, Rupprecht Geiger, Albert Oehlen oder Emil Nolde – aber ohne Epigonentum. Vielmehr dienen diese Figuren als dialogische Projektionsflächen, gegen die sich Dehis eigenes Vokabular schärft: gestischer Furor trifft auf chromatische Überhöhung, intuitive Formauflösung auf disziplinierte Konstruktion.
fabian dehi
impulse
„Impulse“ sind bei Dehi keine dekorative Idee, sondern konzeptioneller Kern: jede Farbschicht, jede Bildentscheidung folgt einem inneren Bedürfnis, der sich materialisiert. Dabei entsteht keine expressive Selbstbespiegelung, sondern ein objektiver Ausdruck subjektiver Notwendigkeit – in der Tradition von Action Painting und informeller Malerei, aber mit zeitgenössischem Bewusstsein für Formbruch und Kontextverschiebung. In Dehis Werk ist das Persönliche nie privat, das Soziale nie plakativ. Seine Bilder argumentieren nicht, sie drängen – und das mit radikaler dominanter Ästhetik: keine Lüge, kein Zitat, kein Kalkül. Nur die Wahrheit des Moments, in Acryl impaktiert. Was bleibt, ist ein Werk, das nicht gefallen will, sondern auf unnachahmliche Weise in die gefühlswelt des Betrachters eindringt . Nicht erklärbar, sondern erfahrbar. Impulsiv. Kompromisslos. Notwendig.
Artist
Fabian Dehi
- Newcoomer
- Hohes Sammlerpotenzial
Exhibition
September 2025 Munich, „LICHT UND LUFT – an aesthetic bang.“
Publikationen
„Impulse”, 2025.
163 ONE SIX THREE | art in print Verlag
Arbeiten im Atelier in Hamburg.
Der Impuls als konzeptionelle Choreografie.
Die Essenz von Dehis Schaffen. Ein Impuls kann vieles sein: ein Sprühstoß Wasser, eine emotionale Regung, eine Farberuption, ein Gedanke, der nicht mehr aus dem Kopf geht. In Dehis Praxis ist der Impuls jedoch immer auch formalisiert. Er ist nie rein instinktiv, sondern Teil einer Choreografie. Die Materialien werden vorbereitet, die Leinwand aufgespannt, das Atelier geräumt, die Farben gemischt. Das Setting ist nicht bloß technische Voraussetzung, sondern auch psychologische Rahmung. Der Impuls ist hier sowohl Startsignal als auch methodischer Akt. Er strukturiert den Prozess, ohne ihn zu determinieren.
Malerei als physischer Denkraum.
Anders als viele seiner Zeitgenossen, die Malerei als diskursives Vehikel instrumentalisieren, begreift Dehi sie als physischen Denkraum. Seine Bilder sind keine Antworten, sondern tastende Fragen. Die Farbe ist bei ihm nicht Träger von Zeichen, sondern von Bewegung. Dehis Werke entstehen aus Schichten, Lasuren, Verdrängungen. Die Farbe bewegt sich, aber sie wird auch bewegt. Wasserstöße, Neigungen der Leinwand, Verdünnung, Sprühdynamiken – all das erzeugt ein Mikroklima der Malerei, das an organische Prozesse erinnert. Die Grenze zwischen Kontrolle und Zufall wird dabei nie aufgehoben, sondern permanent verhandelt. Malerei wird bei Dehi zum Verhandlungsraum zwischen Innen und Außen, zwischen Affekt und Methode.
UNTITLED, Acrylic on canvas, 140 x 100 cm 2025
Zwischen
kontrollierter
Methodik und
impulsivem
Loslassen
Detail von UNTITLED, Acrylic on canvas, 140 x 100 cm 2025
Ich bin Impulsgeber und Dramaturg der Form zugleich.
exhibitions und bio
2024
bræna, Hamburg, The Mexico Edition, Fabian Dehi El Muro Majahua, Troncones Mexico, The Mexico
Edition, Fabian Dehi I raum I Hamburg, Fabian Dehi X THE RAUM OBJECTS, Fabian Dehi
2020
I raum I Hamburg (digital), 1 raum – 1 künstler -1 werk, Fabian Dehi X Tom Gaza
Pop-Up-Raum Grindelviertel, HH, Fabian Dehi & project autark, Melo
2019
I raum I Hamburg, Kunst- & Warenhandel, New Etch, Fabian Dehi I
raum I Hamburg, Ausstellung No.II Neue Natur, Fabian Dehi X Diehl & Wagenbach
2018
I raum I Hamburg, Ausstellung No.I Melo, Fabian Dehi X Tom Gaza
2014
MKG – Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Rosa Rote Fiktion Kunstverein Springhornhof – Neuenkirchen,
The Open Shelter Landschaftspark Schmokbachtal, Edmund Siemers-Stiftung, Rosa Rote Fiktion
Vom Impuls zur Ordnung. Fabian Dehi wurde 1978 in Offenbach am Main geboren und fand über zahlreiche Umwege zur Kunst – Umwege, die seine heutige Praxis wesentlich prägen. Nach Ausbildungen im technischen und kaufmännischen Bereich, Jahren in der Selbstständigkeit und einem prägenden Aufenthalt in Kopenhagen, begann er 2013 ein Kunststudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Dort löste er sich früh vom Designansatz und entwickelte eine eigenständige künstlerische Handschrift, die zwischen Struktur und Intuition oszilliert. Seine frühen Arbeiten basierten auf performativen Setups, oft mit technischen Apparaturen, in denen er als Beobachter agierte. Heute versteht sich Dehi als aktiver Teil eines offenen Prozesses: In seiner Malerei wird der Impuls nicht nur gesetzt, sondern gesteuert, begleitet, moduliert. Seine Arbeiten entstehen aus der Reibung von Kontrolle und Kontrollverlust, aus atmosphärischer Dichte und innerer Bewegung. Neben Ausstellungen in Deutschland zeigte er seine Werke auch in Mexiko. Fabian Dehi lebt und arbeitet in Hamburg.









