BADEANZUG (BLAU) / MONGI HIGGS
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Zeitgenössische Malerei von MONGI HIGGS
- Größe: 340 x 145 cm
- Medium: Monotypie auf roher Leinwand, Acryl auf grundierter Leinwand
- Aufhängefertig: ja
- Signatur: Rückseite, auch signiertes Zertifikat
- Jahr: 2025
- Finish: Acryllack
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In Badeanzug (Blau) begegnen wir einer Frau, die in keinerlei klassisches Idealbild passt – und gerade darin zur Archetypin des Spätlebens im Oberschweinbach-Mythos wird: Die Witwe eines längst vergessenen Werkstattbesitzers, vielleicht mit rotgeäderter Nase, aber mit klarer Haltung, tritt in ihrer Badekappe auf die Bühne der Gelassenheit.
Die Komposition besteht aus zwei kontrastierenden Maltechniken: links eine Monotypie, flach, unregelmäßig, fast druckhaft – hier erscheint der Körper in rotem, organischem Fluss, unperfekt, lebendig, ein bisschen verwischt. Rechts dagegen der Badeanzug: plakativ, blockhaft in sattem Blau, als wolle er fast störend über die Figur gelegt sein – doch gerade diese „Unpassung“ erzeugt einen irritierend harmonischen Effekt.
Der scheinbare „Fehler“ in der Darstellung – der zu enge Badeanzug, das verschwommene Gesicht, die rot betonte Nase – ist kein Zufall, sondern Strategie. Higgs spielt mit dem Bild des Alters jenseits von Würdepathos oder Sozialkitsch. Diese Frau ist keine Karikatur, sondern eine, die alles gesehen hat: Krieg, Ehen, Werkstattschmier, Enkelbesuche. Und jetzt steht sie da – bereit für das Wasser, das ihren Körper trägt, wie er ist.
Die Reduktion auf Form, Farbe und Fläche verweigert jede romantische Aufladung. Das Leben hat Spuren hinterlassen, ja – aber es hat auch eine Ruhe erzeugt, die man nicht lernen, nur erleben kann. Die Frau im blauen Badeanzug braucht kein Publikum. Sie schwimmt durch ihre Tage wie durch einen Teich, der keine Meinung hat.
Und wenn jemand tuschelt: „Ist die nicht ein bisschen rot im Gesicht?“ – dann sagt das Bild selbst mit stillem Humor:
Ja. Und? Sie lebt.
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