Tobias Degels Kunst steht im Zeichen eines präzisen Augenzwinkerns.
😉 ist dabei weniger Geste als Haltung: ein Zeichen zwischen Leichtigkeit und Kommentar, zwischen Pop und Zweifel, zwischen grafischer Klarheit und malerischer Störung. Seine Arbeiten wirken zugänglich, manchmal fast heiter, doch sie vermeiden jede Harmlosigkeit. Unter der Oberfläche von Humor, Farbe und scheinbarer Naivität liegen Beobachtungen über Gegenwart, Konsum, Medien, Alltag und menschliche Absurdität. Degel kommt aus dem Grafikdesign, und diese Herkunft bleibt sichtbar: in der Setzung, im Rhythmus, in der Reduktion, im bewussten Umgang mit Fläche, Linie und Zeichen. Doch seine Kunst erschöpft sich nicht im Grafischen. Sie nimmt die Ordnung der Gestaltung auf, um sie malerisch zu destabilisieren.
tobias degel
🙂
Klare Formen treffen auf rohe Strukturen, kalkulierte Komposition auf Zufall, digitale Skizze auf physische Präsenz. So entsteht eine Bildsprache, die zwischen Keith Haring, Basquiat, A. R. Penck und zeitgenössischer Pop-Sensibilität verortbar ist, ohne sich in Referenzen aufzulösen. Besonders interessant ist Degels Umgang mit Übersetzung: Skizzen werden zu Leinwänden, Zeichnungen zu Collagen, Motive zu gewebten Teppichen. Dass Kunst dabei auch in die Nähe von Gebrauch, Objekt und Design rückt, ist kein Verlust an Ernst, sondern eine bewusste Erweiterung. Degel entzieht seine Bilder dem Pathos des Unantastbaren. Sie dürfen leben, hängen, liegen, benutzt, betrachtet, missverstanden und wiederentdeckt werden. Seine Kunst behauptet nicht die große Wahrheit. Sie öffnet einen Moment. Ein kurzes Innehalten. Ein Lächeln mit Nebenwirkung. 😉
Artist
Tobias Degel
- Coming Up Artist
- Hohes Sammlerpotenzial
Exhibition
August 2026 Munich, „ZU RÜH FÜR GEWISSHEITEN“
Publikationen
„ImpulseMACHT SINN SINN.“ 163 ONE SIX THREE | art in print Verlag
Arbeiten im Atelier.
FREUDE SCHÖNER GÖTTERFUNKEN MIT WARNBLINKER.
DIE ENTDECKUNG DER LEICHTIGKEIT. Es gibt Kunst, die erklärt. Kunst, die anklagt. Kunst, die ihre Relevanz aus Schwere und Ernst bezieht. Tobias Degels Arbeiten wählen einen anderen Weg. Sie begegnen der Gegenwart nicht mit Rückzug und nicht mit Überforderung, sondern mit Offenheit. Seine Bilder wirken auf den ersten Blick leicht, manchmal heiter, gelegentlich fast beiläufig – und gerade dadurch entziehen sie sich den üblichen Erwartungen an zeitgenössische Kunst. Leichtigkeit ist bei Degel keine Vereinfachung, sondern eine Strategie. Seine Arbeiten verweigern den erhobenen Zeigefinger ebenso wie die dekorative Beliebigkeit. Sie öffnen Räume, statt Antworten zu liefern. Hinter den klaren Formen und den oft humorvollen Motiven liegt keine Flucht aus der Realität, sondern eine andere Art, ihr zu begegnen. Nicht durch Verdichtung, sondern durch Umlenkung. Nicht durch Schwere, sondern durch Reibung. Die Überschrift Freude schöner Götterfunken mit Warnblinker beschreibt genau diese Bewegung: Freude als Möglichkeit – Warnblinker als Erinnerung, dass darunter immer auch Realität sichtbar bleibt.
GRAFIK ALS HERKUNFT – MALEREI ALS BEFREIUNG
Tobias Degel kommt nicht aus der klassischen Malerei, sondern aus dem Kommunikationsdesign. Diese Herkunft ist kein Nebenaspekt seines Werkes – sie bildet dessen strukturelle Grundlage. Seine Bilder denken in Kompositionen, in Gewichtungen, in Hierarchien. Linien führen. Flächen ordnen. Zeichen übernehmen Bedeutung. Man erkennt darin die Schule des Designs: die Sensibilität für Rhythmus, Proportion und Lesbarkeit. Kunsthistorisch lässt sich diese Haltung durchaus mit Positionen wie Keith Haring, Basquiat oder A. R. Penck in Verbindung bringen. Doch Degel übernimmt deren Sprache nicht – er verschiebt sie. Während Haring Zeichen universalisiert und Basquiat Überlagerung als Widerstand nutzt, interessiert Degel die Frage, wie grafische Ordnung und malerische Freiheit produktiv aufeinanderprallen können. Gerade in den neueren Arbeiten beginnt diese Ordnung sichtbar aufzubrechen. Die Linie verliert ihre Eindeutigkeit. Flächen werden durchlässiger. Material wird nicht mehr verborgen, sondern sichtbar gemacht. Die Bilder lösen sich langsam aus der Disziplin des Entwurfs und gewinnen eine eigene Eigenlogik. Was entsteht, ist keine Absage an Gestaltung – sondern ihre Öffnung.
REAL PROCESS I, Acrylic on canvas, 100 × 120 cm, 2023
Kunst muss nicht schwer sein, um ernst genommen zu werden.
Detail von REAL PROCESS I, Acrylic on canvas, 100 × 120 cm, 2023
EINE ÄSTHETIK DER ZUVERSICHT.
exhibitions und bio
2026
„Zu früh für Gewissheit“ | konsum163 Gallery | Gruppenausstellung | München | Juni–Juli 2026
2025
„Tatorte Kunst“ | Atelier Dirk Brömmel | Gruppenausstellung | Wiesbaden | Oktober 2025
„artBAM“ | via konsum163 Gallery | Gruppenausstellung | München | August 2025
„Millerntor Gallery #13“ | Gruppenausstellung | Hamburg | Juli 2025
2024
„Klub309“ | Gruppenausstellung | Köln | Oktober–November 2024
„New & Abstract“ | Groupshow #2 | Berlin | August–September 2024
„Wakker am Walluferplatz“ | Einzelausstellung | Wiesbaden | August–Dezember 2024
„ARTDays“ im alten Gericht | Gruppenausstellung | Wiesbaden | Mai 2024
2023
„YouLookForUs Studio“ | Einzelausstellung | Wiesbaden | September 2023
„YouLookForUs Studio“ | Einzelausstellung | Wiesbaden | April 2023
2022
„Wakker am Walluferplatz“ | Einzelausstellung | Wiesbaden | Juni–Oktober 2022
Tobias Degel (1989, Saarbrücken) lebt und arbeitet in Wiesbaden. Nach seinem Studium des Kommunikationsdesigns an der Hochschule Trier (Abschluss 2013) arbeitete er zunächst freiberuflich in den Bereichen Corporate Design, Branding und Lettering. Seit 2018 ist er im Produkt- und Markendesign für GUNSAILS Windsurfing und KANOA Surfboards tätig. Parallel entwickelte er seine freie künstlerische Praxis kontinuierlich weiter und richtet seinen Fokus seit 2022/23 verstärkt auf die bildende Kunst. Degels Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und textilen Arbeiten. Geprägt durch seine gestalterische Herkunft entwickelt er eine eigenständige Bildsprache zwischen grafischer Klarheit, spontaner Geste und offener Assoziation. Skizzen und serielle Prozesse bilden dabei einen zentralen Bestandteil seiner Arbeitsweise. Seine Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Wiesbaden, Berlin, Köln, München und Hamburg gezeigt, darunter Wakker am Walluferplatz (2022, 2024), ARTDays Wiesbaden (2024), New & Abstract Berlin (2024), Klub309 Köln (2024), Millerntor Gallery #13 Hamburg (2025), artBAM München (2025) und Tatorte Kunst Wiesbaden (2025).






















