
DIE KUNST IST TOT – GABORA HAT SIE UMGEBRACHT
Der Nietzsche-Preisträger der Kunst 2025 Conny Gabora präsentiert seine neuen Werke.
Der Nietzsche-Preisträger der Kunst 2025 Conny Gabora präsentiert seine neuen Werke.
15. Januar bis 12. Februar 2026
Die Ausstellung „Kunst ist tot – Gabora hat sie umgebracht“ greift genau diesen Geist auf. Gabora erklärt die gefällige, harmlose Kunst der Gegenwart für tot – und schafft zugleich ihre radikale Wiedergeburt. Seine Malerei ist Angriff, Geständnis und Ausbruch in einem. Formal bewegt sich Gabora in der Tradition der neuen Figuration, doch seine Bilder verweigern jede Klarheit. Seine Figuren sind zersetzt, überzeichnet, grotesk übersteigert. Einflusslinien zu Lüpertz, Baselitz oder Francis Bacon sind erkennbar, ebenso Spuren des Dadaismus – aber alles wird gebrochen durch eine radikal subjektive, obsessive Handschrift. Gabora malt nicht das Reale, sondern das Zuviel des Realen: Körper und Emotionen geraten unter Druck, entgleisen, kippen ins Groteske. Seine Bildwelt vereint Humor und Zynismus, Erotik und Bedrohung. „Pling, Pling Superding“, einer seiner provokanten Titel, ist kein Scherz, sondern Manifest: eine Absage an moralische Harmlosigkeit, an dekorative Beliebigkeit. Stattdessen: Mut zur Peinlichkeit, Lust an Widerspruch, Zärtlichkeit durch Verformung. Philosophische Bezüge – Nietzsche als Funke im Feuer – sind für Gabora kein Ziel, sondern Ausgangspunkt. Er sucht nicht nach Erklärungen, sondern nach Explosionen. Seine Kunst ist Labor und Grenzerfahrung zugleich: Sie testet, wie viel Intensität ein Bild heute noch tragen kann. „Kunst leben – nicht erklären“ lautet sein Credo. Conny Gabora schafft Werke, die den Betrachter fordern, verstören, aber auch verführen. Mit dieser Ausstellung stellt er die Kunst selbst infrage – und beweist im selben Atemzug ihre ungebrochene Lebenskraft.
YOUMANE – Kaffee, Torten, Ansichten und die Seele
Janina Bruegel – the solo
Janina Bruegel – the solo
19. Februar bis 19. März 2026
Janina Bruegel führt die figurative Malerei in eine neue, schmerzlich ehrliche Gegenwart. Ihre Werke sind visuelle Sezierlabore des Menschlichen – radikal intim, brutal zärtlich, unverschämt lebendig. Sie malt Menschen nicht, sie „verschlingt“ sie, nimmt ihr Wesen in sich auf und legt es in Farbschichten wieder frei. Das Resultat: Körper, die mehr erzählen als Gesichter je könnten; Blicke, die gleichzeitig leer und übervoll sind; Momente, die wie gefundene Schnappschüsse wirken und dennoch existenziell aufgeladen sind.
Bruegels Bilder sind ein präzises Psychogramm unserer Zeit. Das neue Biedermeier, das sie sichtbar macht, ist dabei keineswegs nur Flucht oder Oberflächlichkeit. Es ist auch ein Ort der Erholung, des Trosts, ein Gegenraum, in dem das Alltägliche Kraft schenkt und das Dekorative zum Schutzraum wird. Hinter Blumenmustern, Tortenplatten, Sonnenliegen und Wohnzimmeridyllen schimmern deshalb sowohl Einsamkeit und Entfremdung als auch jene tiefe, menschliche Sehnsucht nach Halt, Wärme und Zugehörigkeit. Ihre Malerei ist kein Urteil, sondern ein Spiegel – ein präziser, der Zärtlichkeit genauso zulässt wie Schonungslosigkeit.
Bildnerisch knüpft Bruegel an die Neue Sachlichkeit und an die psychologische Tiefenschärfe eines Lucian Freud an, verfolgt aber unbeirrbar ihren eigenen Weg. Ihre Protagonisten sind greifbar, verletzlich, voller Würde und Widerspruch. In ihren Farbräumen verdichten sich Lebensgeschichten; Körper werden zu Archiven, Tapeten zu Klangräumen der Erinnerung.
YOUMANE ist deshalb mehr als ein Ausstellungstitel – es ist ein Statement. Ein Kunstwort, das das Humane neu buchstabiert. Es verweist auf die Zerbrechlichkeit und die Würde des Daseins, auf unsere Angst vor Nähe und unser Verlangen danach. Bruegel zeigt, was wir im Alltag übersehen: die wahre, ungefilterte Menschlichkeit zwischen Kaffee, Torten, Ansichten – und der Seele.










