„Am Ende des Tages“ ist eine wirklich vielschichtige und faszinierende Redewendung. Sie wird oft lapidar als Füllwort benutzt. „Am Ende des Tages“ ist aber in letzter Konsequenz eine Aufforderung, ein Fazit zu ziehen, zu beurteilen, ob das, was man initiiert hat, von Erfolg gekrönt ist. Vor allem dann, wenn man sich des Ergebnisses seiner Handlung nicht sicher war. Es ist der Prozess für die seelische Gradmessung des inneren Wohlbefindens. Ein Prozess, wie ihn Künstler in ihrer Schaffensperiode ständig durchleben. Dies gilt im Besonderen für Alma Göring. Sie ist eine Künstlerin, die in Gestik, Farbe und Arbeitsweise auf den ersten Blick ungestüm wirkt. Einem Punk gleich schafft sie raue, wilde Kraftmalerei. Der prima wirkende Farbauftrag und ihre wie „hingerotzt“ wirkenden Pinselstriche führen einen dabei in die Irre. Alma Göring ist in Wirklichkeit eine Perfektionistin – eine ständige Überarbeiterin ihrer Selbst. Ihre Werke bestehen aus diversen Farbschichten, Lasuren, Strukturen, Überarbeitungen, Verfeinerungen … einem Prozess, der mitunter Wochen dauern kann. Ob ein Werk in den Augen der Künstlerin besteht oder nicht, sieht sie am Ende des Tages. Der Betrachter jedenfalls spürt die Suggestivkraft ihrer Malerei, die aus diesem Prozess herrührt. Trotz aller Progressivität der Malerei von Alma Göring wohnt jedem ihrer Werke eine innere Archaik inne. Eine erstaunliche Kraft, die in einer Zeit des radikalen technologischen Wandels durch künstliche Intelligenz, aber auch durch die weltpolitische Schieflage, die Sehnsucht nach Standhaftem, Bewährtem und Vertrautem befriedigen. Alma Göring malt moderne Monolithen – farbige Menhire der Neuzeit, die als Rückzugsorte dienen und definiert damit die Archaik neu. Nicht die Archaik im Sinne der Kunstgeschichte, sondern die Befriedigung des Verlangens nach der Archaik in uns Menschen. Das, was seit hunderttausenden von Jahren in unserer Genetik verankert ist und uns zu menschlichen Wesen macht. Das ist es, was uns am Ende des Tages die Kraft gibt, jeden Tag die Welt aufs Neue aus den Angeln zu heben.
Urban Gallery Tiber in Kooperation mit Galleria Tibaldi Via Panfilo Cas
Copyright: konsum163 – contemporary art gallery 2022
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