MALEREI IST HANDLUNG.
IM ATELIER MIT BRIGITTE OBERLIK-BURTSCHER
Brigitte Oberlik-Burtscher zusammen mit Galeristen Carsten Lehmann in ihrem Atelierhaus im Wienerwald
Credits: © konsum163
Brigitte Oberlik-Burtscher zusammen mit Galeristen Carsten Lehmann in ihrem Atelierhaus im Wienerwald © konsum163
Malen ist für die Künstlerin Brigitte Oberlik-Burtscher ein Ort der Handlung. © brigitte oberlik-burtscher
Zarte Aquarellarbeiten genauso wie der energetische, große Pinselstrich – die Künstlerin lässt sich auf kein Format festlegen © konsum163
„Ich liebe die große Geste, den direkten Strich – aber genauso das Zarte, das Fragile“, sagt sie. Es ist diese Gleichzeitigkeit von Gegensätzen, die ihre Arbeiten trägt. Flächen verdichten sich zu tektonischen Strukturen, um im nächsten Moment wieder aufzulösen. Linien entstehen impulsiv, umkreisen, verbinden, widersprechen sich. Farbe steht nie für sich allein – sie reagiert, konfrontiert, behauptet sich. Ihre Bilder folgen keiner klassischen Komposition, und doch entsteht eine innere Ordnung. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Stimmigkeit. „Ich merke sofort, wenn etwas nicht trägt. Dann muss ich weitergehen. Es gibt keinen anderen Weg.“
one} VON OBEN SIEHT DIE WELT GANZ ANDERS AUS
90 x 113 cm, 2025, Aquarell und Kreiden auf Papier
two} VON OBEN SIEHT DIE WELT GANZ ANDERS AUS
Raumsituation
three} OHNE EIN WORT
90 x 113 cm, 2025, Aquarell und Kreiden auf Papier
four} NEUES ABENTEUER
90 x 113 cm, 2025, Aquarell und Kreiden auf Papier
five} NEUES ABENTEUER
Raumsituation
six} BLUE AND YELLOW AND A LINE
27 x 35 cm, 2025, Aquarell und pigmentierte Wachskreiden und Fineliner auf Papier
seven} BLÜTENWIND
24 x 312 cm, 20225, Aquarell und pigmentierte Wachskreiden auf Papier
eight} STERNENBAHNEN
27 x 35 cm, 2025, Aquarell und pigmentierte Wachskreiden und Fineliner auf Papier
(c) konsum163
„Ich habe auf Ihre Nachricht gewartet, wie ein Kind, das auf die Gute-Nacht-Geschichte wartet, damit es schlafen gehen kann. Jetzt ist alles gut.“
Ein Bewunderer
Die gelernte Innenarchitektin bringt dabei ein tief verankertes Wissen über Raum, Proportion und Balance mit. Dieses Wissen wirkt im Hintergrund – nicht als Konzept, sondern als Haltung. Auch im scheinbar freien Gestus bleibt eine strukturelle Klarheit spürbar. „Ich habe gelernt zuzuhören – im Raum, im Bild. Und irgendwann kommt dieser Moment, in dem alles kippt und plötzlich funktioniert.“ Es ist genau dieser Punkt, an dem ihre Malerei ansetzt: zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Setzung und Reaktion.
Ein Sammler schreibt ihr nach einem ersten Kontakt: „Ich habe auf Ihre Nachricht gewartet wie ein Kind auf die Gute-Nacht-Geschichte.“ Was sich hier zeigt, ist mehr als nur Begeisterung – es ist eine unmittelbare Resonanz. Die Arbeiten von Brigitte Oberlik-Burtscher erzeugen keine Distanz. Sie sind präsent. Sie fordern heraus, ohne sich aufzudrängen. „Ich will keine dekorativen Bilder machen. Ich will, dass etwas passiert. Dass man spürt, dass da etwas in Bewegung ist.“ Diese Offenheit setzt sich auch im Austausch fort – ein Dialog, der nicht abgeschlossen ist, sondern sich weiterentwickelt.
In ihrem Atelier treffen unterschiedlichste Materialien aufeinander: Acryl, Aquarell, Öl, Kohle, Kreide, Grafit. Besonders das Aquarell hat in den letzten Jahren eine neue Bedeutung gewonnen. „Mich interessiert, dass ich nichts verstecken kann. Jeder Schritt bleibt sichtbar.“ Was traditionell als zart und kontrolliert gilt, wird bei ihr zu einem direkten, kraftvollen Medium. Große Formate, intensive Farben, schnelle Überlagerungen – auch hier geht es nicht um Technik, sondern um Haltung.
Impressionen vom Atelier und verschiedenen Ausstellungen mit Werken von Brigitte Oberlik-Burtscher © konsum163




















